Ist nach der Unwetterkatastrophe vor der nächsten Krise?

02.12.2019

Das klingt jetzt vielleicht ein wenig arg pessimistisch. Ist aber so. Die Vergangenheit hat es uns deutlich gezeigt.

Kärnten ist innerhalb von zwei Jahren drei Mal von einer Unwetterkatastrophe heimgesucht worden.

Die Schäden sind immens

Durch das jüngste Unwetter sind sogar ein Todesopfer und einige Verletzte zu beklagen. Deswegen ist es für mich auch das schlimmste Ereignis in jüngster Vergangenheit, das mich traurig macht und mir viel zu denken gibt.

Die vergangenen Wochen waren für mich vollkommen vom Unwetterereignis geprägt. Viele Sitzungen und vorausschauende Entscheidungen im Krisenstab haben schlimmere Schäden verhindert. Unzählige Hauptberufliche und Ehrenamtliche haben in verschiedensten Teilen von Kärnten mobile Hochwasserschutzmaßnahmen errichtet und so viele Menschen und Gebäude geschützt. Ich selbst war in der Nacht, in Lavamünd und habe mitgefiebert, ob unsere Vorkehrungsmaßnahmen den Ort wirklich schützen können. Zum Glück war das so. Ich war darüber hinaus unter anderem in den Gemeinden Reißeck, Feld am See Treffen und Bad Kleinkirchheim, um mir vor Ort selbst ein Bild von der Lage zu machen. Um mit den Leuten zu reden und vor allem: um den Leuten zuzuhören. Was sie bewegt. Was sie brauchen. Wovor sie Angst haben. In diesen Teilen Kärntens kam es vor allem zu tragischen Erdrutschen und Murenabgängen. Die eben ein Menschenleben gekostet und viele Eigenheime beschädigt oder zerstört haben.

Die Dreistigkeit machner Versicherungen

Und hier war ich vor allem von der Dreistigkeit, mit der manche Versicherungen vorgingen, wirklich empört. Menschen in den schlimmsten Stunden ihres Lebens aufzusuchen und unseriöse Vergleichsangebote zu machen, halte ich für moralisch äußerst verwerflich. Das habe ich mehrmals laut gesagt und ich werde mich auch mit aller Kraft dafür einsetzen, dass dieser Praxis künftig gesetzlich ein Riegel vorgeschoben wird.

Viele Gedanken zu Katastrophenschutzmaßnahmen

Und ich habe mir viele Gedanken gemacht über vorbeugende Katastrophenschutzmaßnahmen. So bin ich froh darüber, dass Kärnten so viel wie noch nie in den Hochwasserschutz sowie Wildbach- und Lawinenverbauungsmaßnahmen investiert. Diese Bauten schützen die Kärntnerinnen und Kärntner sowie unsere Infrastruktur. Diesen Weg müssen wir konsequent weitergehen. Ich fordere von der Bunderegierung, dass wieder ein Hubschrauber fix in Kärnten stationiert wird. Das ist in meinen Augen als Katastrophenschutzreferent für die Sicherheit von Land und Leuten einfach notwendig. Ich will auch neue Schritte in der Raumordnung gehen. Da ist in der Vergangenheit viel passiert, das uns heute – eben in Krisensituationen – sprichwörtlich auf den Kopf fällt! In diesen Belangen muss ein Umdenken stattfinden. Denn nicht jede grüne Wiese ist potenzielles Bauland. In gefährdeten, weit abgelegen Gegenden darf und soll einfach nichts mehr gebaut werden. Das muss uns doch langsam auch der Hausverstand sagen! Und ich appelliere an alle Kärntnerinnen und Kärntner ein Notfallpaket daheim zu haben – eben für den Fall, dass der eigene Haushalt einmal ein paar Tage von der Außenwelt abgeschnitten ist und man sich selbst (not-)versorgen muss.

Die nächste Krise kommt bestimmt

Denn eines muss uns bewusst sein. Die nächste Krise, ob in Form eines Blackouts, eines neuerlichen Unwetters oder was auch immer, kommt bestimmt. Hoffentlich später als früher. In meiner Funktion als Katastrophenschutzreferent werde ich jedenfalls alles tun, um Land, Einsatzkräfte, Infrastruktur und Bevölkerung bestmöglich zu schützen und auch darauf vorzubereiten. In der Zwischenzeit räumen wir einmal die neuesten Schäden auf. Hier habe ich die Mittel aus meinen Ressorts umgeschichtet und Soforthilfepakete geschnürt, die Privatbetroffenen und Gemeinden zugutekommen und sie in dieser herausfordernden Zeit unterstützen sollen. Und gemeinsam mit allen Kolleginnen und Kollegen aus der Landesregierung haben wir auch die Verantwortlichen im Bund ersucht, die Kärntner Bevölkerung bei den Wiederaufbaumaßnahmen nach diesem Unwetterereignis finanziell zu unterstützen.

Diesen Beitrag teilen auf:

Politische Laufbahn

07.10.2019

Landesrat Ing. Daniel Fellner

  • Absolvent der HTL für Betriebstechnik in Wolfsberg
  • begann berufliche Laufbahn beim Roten Kreuz, war zuletzt Leiter der Landesleitstelle
  • seit 2009 Sektionsobmann St. Andrä
  • seit 2010 Fraktionsobmann St. Andrä
  • 2011-2018 SPÖ-Landesgeschäftsführer
  • seit 12. April 2018 Landesrat in der Kärntner Landesregierung
  • seit Oktober 2018 SPÖ-Vorsitzender Bezirk Wolfsberg

Privat

07.10.2019

Lebt nach dem Motto:

„Es ist besser eine Kerze anzuzünden, als über die Dunkelheit zu jammern“.

  • Geboren am 19.01.1977
  • Wohnt in St. Andrä
  • Familie: verheiratet mit Sandra
  • Drei Söhne: Matteo, Noah und Julian
  • Haustier: Labrador Eddie
  • Lieblingsort: Koralm
  • Hobbies: laufen, imkern, ab und zu auf einen Klettersteig gehen
  • Motto: Es ist besser eine Kerze anzuzünden, als über die Dunkelheit zu jammern.

Lebenslauf